Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 15. April 1920 (Heidelberg)


[1]
|
Heidelberg. 15. April 1920.
Mein Lieb, ich muß der Sendung doch einen Gruß beilegen, wenn schon es zu einem Briefe nicht reicht. Es ist mir so seltsam unwirklich daß Du nicht mehr hier sein sollst – u. wirklich bist Du wohl auch noch ein wenig bei mir. In mir bist Du immerdar.
Der Tag verlief, wie üblich – Gertrud Winter war beim Psychiater u. kam recht vernünftig u. zufrieden zurück. "Schupp u. Heidels" besuchten mich u. gegen Abend ging ich noch auf die Neckarbrücke.
[2]
|An den Onkel schrieb ich, sonst wurde noch nichts erledigt, denn heute mußte ich bei Frau Gunzert gratulieren u. ging dann noch zu Frau Ruge. Dem Kind geht es besser aber sie selbst ist ernstlich krank, sodaß ich morgen dort aushelfen werde. Die Ärmste ist zu beklagen.
Ich bange mich nicht nach Dir denn ich hoffe, es geht Dir gut. Aber Du fehlst mir überall. Ob die Witterung dort weniger gewittrig ist? Hier war es nur nachts recht kühl. – Grüße bitte Frau Witting.
Innig Deine Käthe.

[li. Rand S. 1] Ob die Sache vom Ministerium eilt?