Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 7. September 1920 (Berlin W. 62/Kurfürstenstr. 84), Kartenbrief


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Berlin W. 62. Kurfürstenstr. 84.
7. September 1920
Mein geliebter Freund,
Also heute morgen um 6 Uhr ist nun die kleine Hilde* [Kopf] * mein Patchen im Haus Ruge erschienen. Sie ist "für ihr Alter" ein sehr niedliches Kind, nicht zu vergleichen mit dem kleinen Affengesichtel das der kleine Gunzert hat. Nun klappte ja alles noch recht gut; ich bin eine Woche lang da, um Großmutter bei den beiden großen Mädels beizustehen u. Besorgungen zu machen. Am Dienstag d. 14. plane ich, abzureisen u. Mittwoch u. Donnerstag in Cassel zu sein, Freitag, spätestens Sonnabend zu Haus. Und dann kommst Du, nicht wahr? Spätestens am 21.!
Hier geht alles vorzüglich. Ich wollte, Du könntest das auch von Dir melden. Bist Du ohne Erkältung bei dem naßkalten Wetter? Ich war am Sonntag nochmals in Zehlendorf, wurde naß wie eine Wasserratte, es hat mir aber nichts getan. Am Sonnabend dagegen ging ich mit Susanne Conrad von Grunewald zum Teufelssee u. zurück bei schöner Beleuchtung u. freundlicher Stimmung. Wir vertragen uns gut. - Vorhin lehnte ich einen Vorschlag von Frl. Kiehm ab, die mich Sonnabend Abend treffen wollte. Jetzt geht das nicht mehr, denn nun ist meine Gegenwart im Hause nötig u. eine etwa mögliche Freistunde gehört den Tanten Martins u. Frau Labes. Soll ich für Dich irgend etwas mitbringen nach H. Etwa Wäsche? Ich grüße Dich viel tausendmal, schreibe <Kopf> Dir, wenn ich hier abreise u. - im übrigen denke ich Dein alle Stund! Deine Käthe.
[Kopf] Heute Mittwoch d. l. Karte. Auftrag nach Möglichkeit besorgt D. K.