Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 12. März 1921 (Berlin, Postkarte)


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<Poststempel:> 12.3.21.
M. L! Die furchtbaren Anstrengungen der letzten Zeit haben alle Energie in mir restlos verbraucht. Wenn also gewollt werden soll, so mußt Du jetzt für mich wollen, u. ich werde mich leiten lassen. Nur dies ist sicher, daß Fkft als gemeinsamer Aufenthalt keinen Sinn hat. Denn von den 24 Std. geht der größte Teil für J. W. u. Nußbaum drauf. - Bei jemandem zu wohnen, den ich nicht kenne u. der mich nicht eingeladen hat, widerstrebt meinem Comment. Auch scheint es zu weit für den 2. Tag, an dem ich in der Stadt mancherlei zu erledigen habe. Es ist wohl das Beste, wenn Du jetzt gleich "im Auftrage v. ... genaue Adresse" 2 Zimmer im Hôtel Banzhaf - (Ba[über der Zeile] anzha[über der Zeile übereinander] aaf) am Bahnhof (<in lateinischer Schrift> Bahnhof) bestellst. Was dann nach den 2 Tagen dort wird, lege ich in Deine Hand. Meinerseits war nur das Projekt Rothenburg aufgetaucht. Beachte aber bei Fahrplanstudium, daß es der Sonntag ist, an dem wir reisen müßten. - Das Sammelpacket werde ich an Frl. Knaps adressieren, falls wir schon abgereist sind bei s. Ankunft. Mein ganze Post geht nach Rohrbacherstr. 24.
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| Wenn kein besonderer Anlaß vorliegt, schreibe ich nicht wieder, sondern komme Donnerstag 12 Uhr an. Ich freue mich unendlich. - Gestern Abend habe ich einen sehr eigenartigen Schluß zum Buch geschrieben, der andren entweder stilwidrig oder genial erscheinen wird. Ich habe gar keine Konzentration, weil so maßlos viel noch zu erledigen ist. Daher auch nur dies Zettelchen. Der Stuttgarter Vortrag muß hier doch auch noch angefangen werden, weil ich ev. Bücher brauche. Könntest Du vielleicht besorgen: Leopold v. Wiese, Der Liberalismus? Allseitig herzlichste Grüße Dein E.