Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 1. April 1921 (Schwetzingen/Hotel Goldner Hirsch, Postkarte)


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Schwetzingen, Hôtel Goldner Hirsch, am Schloß, I.IV.21.
Mein Liebes! Nach wenig erfreulichen Eindrücken in dem landschaftlich schönen Weinheim bin ich - via Heidelberg - hier gelandet, im 1. Hôtel des Ortes, zweifenstrig, mit goldenem Spiegel und Vorhängen, und diese
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| zerschlissene Karl-Theodorische Eleganz mit ihrem autrefois tut mir wohl. Hoffentlich ist keine Steigerung des Persönlichkeitsgefühles damit verbunden. Ich schreibe diese Karte im Schloßgarten, wo alle Bänke von Stein sind, etwas zur Hebung des monarchischen Gefühles? - Hiermit lade ich für Sonntag die ganze Familie (Orgn. Institut) in meine Residenz ein. Ich werde zu dem Zuge, der um 4.41 von Heidelberg abgeht, an der [unter der Zeile] 5.04 Bahn sein; mir ist so, als führe ich dann abends mit zurück [unter der Zeile] leider erst 7.50 denn der Karl Theodorische Genuß ist unnötig teuer. Inzwischen grüße ich allseitig herzlich u. hoffe, daß Ihr den herrlichen Tag im Neckartal wirklich genossen habt. Treulich Dein Ed. Excarl
[re. Rand] Bitte Figur v. Schw. mitbringen.
[li. Rand] Eilige Post bitte per Post gleich nach Eingang dieses.