Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 6. Mai 1921 (Berlin NW. 7/Päd. Seminar)


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<gedruckt: PÄDAGOGISCHES SEMINAR BERLIN NW. 7, den> 6.Mai <gedruckt: 19>21
<gedruckt: DER UNIVERSITÄT BERLIN DOROTHEENSTR. 15> 6.       früh.
Mein Liebes! Ich kann nicht anders, als diesen Entschluß für mich außerordentlich schön finden, wenn ich auch die Anstrengungen für Dich sehr beklage. Es ist gut, daß wir die kritischste Zeit des Dtsch. Reiches nah beieinander verleben. Sollte allerdings die Lage in Berlin ratsam erscheinen lassen, daß Du nicht hier bist, so erhältst Du von mir noch ein Telegramm, und das wäre dann entscheidend. Mittwoch kann ich Dich sehr gut abholen. Dienstag hätte die Sache, abgesehen vom Kolleg, gewisse äußere Schwierigkeiten. Die Elektrische geht noch, wenn der Zug, wie jetzt meistens, pünktlich kommt. - Natürlich wirst Du in B. sehr in Anspruch genommen sein u. ich ja auch.
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| Es ist aber, seit Montag, auch Privates hier zu beraten, was ich schriftlich [über dem Wort] ? <unklar, ob Fragezeichen von ES> sonst hätte vorbringen müssen. Mach Deinen Koffer nicht zu schwer, sondern schicke das gemeinsame Packet für Frau Labes und mich ab. Sparen hat jetzt doch weder einen privaten noch einen politischen Sinn. Ich schreibe diese Zeilen sofort nach Empfang der Deinigen und verschiebe weiteres auf mündlich. Grüße in H. und reise gut. Innigst Dein Ed.