Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 24. Juli 1921 (Berlin, Postkarte)


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29.7.21.
M. L. Auf Deinen soeben eingetroffenen Brief, der mich wie der vorangehende herzlich erfreut hat bis auf den Punkt, daß Du die Vertretung übernommen hast, antworte ich gleich, um Dir m. Notlage zu schildern. Der H.-g hat abgesagt, als ich gewiß zu sein glaubte, ihn zu haben. Erst Ende August. Ich habe nun im 2. Hôtel (Winter) angefragt, kann aber vor Sonntag k. Antwort erwarten. Auch das will ich noch versuchen, ob mich H.-g Post etwa ausquartieren kann. Im übrigen Auswahl für mich bekanntlich nicht groß, da über 700 wünschenswert. Das bayr. Paradies (total überfüllt allenthalben) hat sich mir verschlossen. Breitnau kenne ich. Damals 1906 sehr primitiv, in gänzlich reizloser Gegend, Luft gut. Zur Not soll es nicht ausgeschlossen sein. Aber mehr würde mich Hinterzarten anziehen. Ob in Quickborn (35 M) etwas zu haben wäre? Wenn Du da noch helfen könntest u. ev. ein Telegramm an mich riskiertest, wäre mir lieb. Denn der Gedanke, die Reise zu verschieben, ist gerade bei dieser wahnsinnigen Hitze nicht angenehm. Gestern
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| habe ich Hermann ½ Stunde gesehen. Heinz, den man mir anscheinend unterschlagen wollte, auch. Und ich war entzückt v. s. Intelligenz, Lebendigkeit und Grazie. Mit Bezug auf d. andern Punkt: ich bin bei Bekannten doch immer so, wie ich bin, u. komme mit den meisten gut vorwärts. Wenn es hier nicht gelingt, so sind eben die Widerstände u. die Zurückhaltung auf d. andern Seite. - Montag war ich in Potsdam: Wir haben 2 Stunden im Wald gelegen, später auf Klubsesseln gesessen. Die Männer der Wiss. sind das aber nicht. Gestern Jugendpsychologie geschlossen. Noch sehr viel zu tun. Viele innige Grüße Dein Eduard.