Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 26. September 1921 (Arnstadt, Postkarte)


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Arnstadt, 26.9. 5 ½ Uhr.
M. L! Ich schreibe schon hier, weil ich fürchte, im Weimarer Wartesaal Bekannte zu treffen, die mich dann daran hindern. Die Fahrt war bisher gut. Ich habe Ecksitzplatz im Gang. Seit Meiningen Regen, in Oberhof 10o C. Mir war nicht „berühmt“, <Wort unleserlich> nicht
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| und physisch nicht (Puls). Doch geht es jetzt schon besser. Diese Unregelmäßigkeit, die seit 4 Tagen vorm. auftritt, schiebe ich auf Thermal, Schwitzen und Salicyl. - Aber noch in einem fühlbareren Sinne ist mir das Herz schwer. Die trübe, farblose Gegend macht auch den Kontrast gegen das frohe Neckartal recht merklich. Es wird hier jetzt schon dunkel. Ich bin klimatisch nicht für Norddeutschland geboren. - Von den reichen Schätzen, die Du mir mitgegeben hast, habe ich unentwegt gezehrt. Kein Kaffee. (Speisewagen ausrangiert). Jetzt kommst Du aus der Sprechstunde. Unsre Gedanken begegnen sich. Viele Grüße auch an den Vorstand u. Herrn Dr.
<Kopf>
Innig Dein Ed.