Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 16. Dezember 1921 (Berlin, Postkarte)


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16.XII.21. M. L! Hier folgt die befohlene Antwort, zugleich Dank für Deinen lieben Brief, der mir die Sehnsucht geweckt hat, mit über die Sprunghöhe etc. zu gehn. Aber das dauert eine gute Weile, u. vorläufig heißt es, sich mit Dunkelheit, 10° Kälte u. Politik abfinden. Also für C. u. H. je 20-30 M. Der Gedanke für C. gefällt mir. Es wäre nur zu erwägen, ob direkt Nützliches nicht
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| noch angebrachter wäre, z. B. so ein Wollschal, den die Kinder um Hals u. Ohren schlingen? Das u. das andre bleibt Dir überlassen. - Die Netzjacken behalte nur. Ich hoffe im Sommer zu ihnen zurückkehren zu können, zumal die Wolle juckt, und da fehlt es gerade an dem Artikel Netzjacken sehr. Die braunen Handschuhe sind gefunden. Beide Paare natürlich längst wieder kaput. - Frau Riehl geht es ein wenig besser. Aber man kann noch nicht sagen, daß alle Sorge vorüber sei. Von Frau W. endlich Brief. Anscheinend vermißte sie eine Antwort auf 1 Brief v. Felizitas. Der habe ich nun geschrieben, aber einmal ganz ehrlich vom Herzen weg, über das Thema: Anspruch u. Leistung. - Ob Deine Preise zu hoch sind? Ich kann es nicht sagen, ohne Art u. Umfang der Zeichnungen zu sehen. Aber man geht doch etwa nach Stunden u. Material. Soeben erhielt ich für "die 3 Motive" 51 M! (Unkosten ca 6). Da habe ich aber sofort Krach geschlagen, übrigens im prinzipiellen Interesse. Denn an 50 M mehr, die ich erwartete, würde ich auch nicht reich. Was soll ich Benary geben. Ich dachte 400 M. Das wäre 40 M pro Besuch. - Hier viel Arbeit, bin 2mal Mittags nicht zu Hause gewesen. <Kopf> Mancherlei Interessantes. Darüber brieflich. Sah 2 <li. Rand> Wohnungen im Siedlungsstil. Nicht mein Stil. Darin kein Fortschritt. Herzliche Grüße
<re. Rand>
Dein Eduard.