Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 8. Mai 1921 (Heidelberg)


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Heidelberg. 8. Mai 1921.
Also wirklich, mein liebes Herz, Du freust Dich? Ach, ich ja eigentlich auch, ich fürchte nur ein wenig, daß wir nicht so recht auf unsre Kosten bei der Sache kommen werden. Aber daß wir in diesen bangen Tagen beisammensein sollen, ist mir ein wahrhaft Trost. - Ich fahre also - soweit man sagen kann - bestimmt am Mittwoch mit dem Dir bekannten Zuge. Irgendwelche Unruhe in Berlin würde mich nicht abschrecken, sondern eher veranlassen, Dir nahe zu sein. - Ich werde nicht von der Bahnsperre fortgehen ohne Dich. Sieh Dich also gut nach mir um. Ich habe den hellen Regenmantel an, den Du kennst u. einen braunen, runden Hut. Das Gepäck werde ich so leicht wie möglich machen, es ist aber allerlei Notwendiges.
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| Was kann denn nur wieder sich ereignet haben, das so nötig zu verhandeln ist? Ich bin etwas in Sorge.
- Die 2 Tage von jetzt (Sonntagabend) bis Mittwoch früh werden rasend schnell vergehen. Ich habe noch sehr viel zu tun. -
Ob Du mich wohl erkennen wirst diesmal? Größer bin ich nicht geworden, also guck ja recht scharf hin!
Auf Wiedersehen, mein Lieb
Deine
Käthe