Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 13. März 1922 (Berlin, Postkarte)


[1]
|
<Poststempel: 13.3.22>
M. L! Ich schreibe heut nur kurz, obwohl vieles zu antworten u. zu erzählen wäre. Aber der Hauptpunkt m. Mitteilungen ist der, daß ich bestimmt hoffe, am Donnerstag nächster Woche (23.) Abends, ev. ab Frkft. Personenzug IV., bei Dir zu sein. Frau W. ist krank u. das Treffen mindestens verschoben. Dir aber geht es hoffentlich gut. Ich kann garnicht sagen, wie ich mich freue. Für Deine Zeichnung herzlichen Dank. Sie wird doch aufgenommen.
[2]
| Ich habe ganz maßlos zu tun u. weiß noch garnicht, wie ich in 8 Tagen fertig werden soll. Jedenfalls nur bei äußerstem Fleiß. M. Erkältung hat mich noch sehr gestört u. ist noch immer nicht ganz fort. Und trotz des bequemen Semesters bin ich sehr ruhebedürftig. Aber ich habe in H. leider schon zu viel Freunde: Rickert!!, Maier, Panzer, Boll. Na, wir werden uns verstecken. Einzelheiten mündlich. Morgen bin ich bei Harnacks, übermorgen konstituierende Dozentensitzung d. Akademie u. Bierabend der "Notgemeinschaft". Noch 2 Dissertationen, Korrekturen, Vorwort, ein Artikel über Kulturpolitik u.s.w. - Zur kl. Gisela auch Dir m. Glückwunsch! 4 in dieser Zeit! Schwer genug. - Ich habe mit der Steuer viel Mühe gehabt. Aber das ist nun auch in Ordnung. Ein Buch habe ich seit 3 Wochen nicht mehr gesehen. Das hoffe ich dann bei Dir. Bitte grüße unsre Freundin u. sei selbst innigst gegrüßt von Deinem sehr ferienfrohen Eduard.