Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 6. August 1922 (Heidelberg), Postkarte


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Heidelberg. 6. Aug. 1922. M.l.Fr. Es sind ja nur noch 3 Tage, bis ich Dich erwarten darf, die werden auch noch herum gehen, umso mehr, als noch tüchtig zu tun ist. Außerdem hat Johanna W. sich für Dienstag angesagt. - Am letzten Mittwoch kam ein Neffe von Carl Ruge aus Frankfurt, für den ich unten ein Quartier machte, Mutter u. Schwester kamen zur Schloßbeleuchtung nach u. - blieben auch über Nacht. Natürlich mußte ich die Leutchen auch teilweise füttern! Infolgedessen konnte ich auch erst heute den Brief nach Lange <unleserlich> schreiben. Auf die Karte nach der Reichenau ist schon Zusage da: 150 M.- Ich habe auch so große Sehnsucht nach unserm See, wer weiß, ob wir sonst noch mal hinkommen. - Wäsche ist genug hier: 5 Hemden von jeder Sorte. - Heute, Sonntag! habe ich gewaschen, morgen wird gebügelt. Mit der Steuer hatte ich auch Schererei; bekam aber schließlich noch Geld zurück! Nur die Zeit ersetzt einem niemand die man dabei verliert. Du fährst doch von Frkt. ab auch Schnellzug? Ich muß mich noch erkundigen, wann er ankommt. Besser ists aber über Würzburg, 9 Uhr 5. Ich wollte, Du möchtest es Dir bequemer. Aenne Knaps kommt erst Ende August
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| zurück, der Dr. am 19. - Hier ist ein Treiben u. Festefeiern, Aufführungen, Umzüge, etc. - geradezu fieberhaft. Ich freue mich, mal aus der üblen Stadt herauszukommen. Willst Du nicht in der Kurfürstenstraße unterbringen, was Du der Susanne jetzt nicht geben kannst? -
Jetzt zählt man bald nicht mehr die Tage, sondern die Minuten!
Auf Wiedersehen.