Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 2. November 1922 (Heidelberg, Postkarte)


[1]
| <Poststempel: 2.11.1922>
M. l. H. Trotz der Länge des Schreibens vergaß ich gestern etwas, das mir doch wichtig erscheint: die Markensammlung. Ich glaube, daß sie heute einen sehr großen Wert darstellt u. Du hast doch keine Ursache sie zu verschenken. Willst Du sie nicht taxieren lassen? Ich meine, es ist doch eigentlich heutzutage Pflicht, den noch vorhandenen Besitz möglichst zu verwerten. Carl Ruge sammelt selbst u. könnte Dir gewiß raten.
Mit Paula Seitz war es hübsch. Wir vertrugen uns gut u. beabsichtigen, uns öfter zu sehen.- Von Bertha v. A. eine Karte aus Aachen, wo sie beim Arzt war. Befund günstig, Herz sehr erleichtert! -
Morgen hoffe ich nun endlich die 2 noch notwendigen Packete zu packen u. am Sonnabend abzuschicken. Wäsche u. Teppich (23. u. 28. abgegangen) sind hoffentlich heil angekommen.- Allmälich arbeite ich mich nun doch durch - innerlich u. äußerlich. Es sieht doch schon ganz manierlich in der Wohnung aus u. auch die Flickereien werden z. T. erledigt. Mit der Zeit kommen auch die alten Hemden von Dir an die Reihe die noch hier sind. Eine Zeitlang, während des Einpackens sah es bei mir aus, wie damals bei Walther in Cassel, erinnerst Du Dich noch?
[2]
| aber es ist unerträglich in solcher Auflösung zu leben. Hoffentlich hat Dein Semester zu Deiner Zufriedenheit begonnen u. gestalten sich die äußeren Bedingungen nach Deinem Wunsch. Willst Du in der Zuleitung der elektrischen Glocke in Deiner Wohung nicht ein Element einschalten lassen, dann bist Du vom Hause unabhängig? Ich habe noch die Reste eines solchen, will mal nachfragen, ob davon noch etwas zu brauchen ist. Ich bringe diese Karte zur Post u. hole Aenne ab (10.58). Wann mag sie bei Dir sein? Viele, viele Grüße.
[Kopf] Endlich mal wieder Postkarten, auf denen <li. Rand> man schreiben kann. Preis 80 Pf!