Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 24. September 1923 (Partenkirchen/Pension Witting, Postkarte)


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Partenkirchen, Pension Witting, den 24.IX.23. abends.
Mein Liebes! Heut Nachm. habe ich mir die Fahrkarte gekauft, bis Heidelberg 150 Millionen. Ich gedenke Donnerstag 9.30 hier abzufahren, über München (Kerschensteiner, Möhlstr. 39) und am gleichen Tage nachts 11.52 via Ulm - Stuttgart in H. anzukommen. Eine für Dich sehr unbequeme Zeit. Aber man strebt zu einander jetzt um jeden Preis. Ich bin wegen der allgemeinen Lage sehr in Sorge, aber auch persönlich schlecht dran. Seit jener Ausgabe habe ich keinen Pf. Geld mehr. Die sorgsam beorderte Überweisung ist nicht eingetroffen. Die am 8.9. abgehobene Summe, sehr bedeutend, ist verbraucht. Frau W. wird mir etwas mitgeben. Aber wenn man unterwegs hängen bleibt? Ob man nur hier in Bayern politisch so nervös ist? Eigentlich ist der Zustand schrecklich. - Geht es trotz allem nach Plan, so muß ich Sonnabend Mittag weiter nach Frkft. Ich hoffe Dich wieder gesund zu finden. Das ist jetzt das Wichtigste, oben auf zu bleiben. - Bleibe ich unterwegs stecken, so sind die Stellen, wo ich mich melde, folgende: München s. oben. Augsburg: Oberlandesgerichtsrätin Schwarz, Kaiserplatz 8. Ulm Rektor Schott, Gymnasium. Stuttgart: Ministerium d. Kultus oder Techn. Hochschule. Hoffentlich geht alles gut. Herzlichste Grüße Dein Eduard.