Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 10. Juli 1924 (Berlin, Postkarte)


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10.7.24. M. L. Für die Reise ist es vor allem wichtig, daß Du Dich vorher nicht zu Tode rackerst. Saig ist mir der Lage nach recht. Es wird zwar sehr ungeschützt liegen; denn der höchste Berg nach Nordosten ist kaum 200 m höher als der Ort. Aber das ist in Hinterzarten nicht viel anders. Also einverstanden: aber Bedingung: einiger Komfort im Hause und im Zimmer. Ich muß schreiben können u. möglichst auch ein Sofa oder Chaiselongue haben. Das letztere für Dein Zimmer desgl. wichtig. Deine Dröselbriefe kannst Du auch auf dem Schoß schreiben. - Klappt dies nicht, so bleibt eine
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| andere Möglichkeit: Mathild <abgeschnitten> nur bis wir kommen, in Hi <abgeschnitten> könnte ich mit Suchen u. <abgeschnitten> fragen. Sie wäre glücklich <abgeschnitten> "glückliche Hand" hätte? <abgeschnitten> so rühmt es Hans Heyse <abgeschnitten> die Luft. Das will nichts sagen. Es liegt je <abgeschnitten> hoch; aber relativ wohl nicht hoch genug. Unangenehm wäre für mich die Bücherschickerei. Aber die paar Wochen kann ich mich einrichten. Wenn ein Paß für die Schweiz nicht zu teuer ist, nimm doch einen. Wir fahren zum Schluß doch wohl an den Bodensee u. sind dann freier. Frau W. rechnet auf ein frühes Kommen. Indessen nicht vor September, u. das will überhaupt überlegt sein. Der Juli ist hier nicht schön. Wetter nie schlecht, aber auch nie gut. Viel Gewitter u. Gewitterneigung. Ich ersticke im Papier. Ich bin der Mittelpunkt für alle päd. Anliegen Deutschlands, von der Klosterschule zu Ilfeld über die Frauenschule zu Breslau bis zur Taubstummenanstalt Dresden. In der Neuen "Erziehung" hat Kawerau die Jps niederträchtig recensiert. Ich lese es nicht. Der Beitrag für Kersch. ist hingeferkelt u. schon korrigiert! - Es gibt vieles, mich menschlich u. seelisch stark Berührende, was auch im Brief nicht zu erörtern ist. Deshalb freue ich mich, daß es nun bald <li. Rand> zum Reden kommt. Es wird aber nicht leicht sein, pünktlich wegzukommen.
Der feinsinnige Jesuit
<re. Rand> Graf Demmi Borko <abgeschnitten>
<Kopf> <abgeschnitten> leicht aber dauernd gestört.
<abgeschnitten> Urteil gesandt. Mein Artikel
<li.. Rand S. 1> aus dem Tag ist jetzt an der 3. Stelle abgedruckt.
<re. Rand S. 1> Ich habe alle Biermanngeburtstage vergessen. Was
<??? S. 1> tun? Alle Freunde zürnen mir.
<??? S. 1> Innige Grüße Dein Eduard.