Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 22. Oktober 1924 (Insterburg, Postkarte)


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Insterburg, den 22.X. abends 11.
M. L. "Überall kommt Bildung durch. Nur nicht durch Insterburg. Freue Dich, daß dies keine Ansichtskarte ist. Die Stadt ohne Licht, dafür das Hotel mit Musik u. überhaupt ich selbst schon etwas angeglüht, weil zu schweren Rotwein bestellt. Gestern erhielt ich noch die wunderschönen lieben Bilder u. Deine lieben Zeilen, heut früh einen Brief aus Genf, der beteuert, sie sei "mit schwerem Herzen" fortgegangen. Das ist keine Phrase, so was kennt sie nicht. Also ist der tiefere Zweck erreicht. In Marienburg u. Königsberg wurde ich mit Liebe u. rohem Obst überschüttet. Das A. A. hat mich mit den Visen in Stich gelassen (Beschwerde erfolgt.) Gestern in großer Hetzjagd selbst alles erledigt. Im lettischen Konsulat war der betr. Be
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|amte 1914 mein Schüler gewesen, verschaffte mir noch besonder Empfehlung an die Grenzbehörden. - Das ist A. A. u. Lettland! - 2 Reden habe ich im Kopf, die anderen 7 müssen vom Zaun gebrochen werden. Noch einmal tausend herzlichen Dank für die liebe, sinnvolle Mappe u. viele Grüße vorm Überschreiten der Grenze.
Dein Eduard.