Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 3. Juli 1924 (Heidelberg, Briefkarte)


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Heidelberg. 3. Juli 1924.
Mein geliebtes Herz.
Als vorhin der Postbote kam u. ich mit freudigem Herzklopfen an den Kasten eilte - war ein Brief von Walther darin. Welche Enttäuschung! Ich mache mir Sorge, daß ich ganz herunter komme, weil ich so lange nichts von Dir höre. Wäre nicht die letzte Nachricht so wenig gut über Dein Befinden gewesen, u. ich wäre also sicher, daß es nur Zeitmangel ist, dann würde ich ja geduldig sein. - Ich schickte Dir die Marienburger Zeitung, Deine Paßbilder, ein Büchlein, ein kl. Packet u. einen Brief
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| - hoffentlich ist alles gut angekommen. Das Packet adressierte ich an Frl. Wingeleit, damit Du nicht dadurch gestört sein solltest, falls der Postbote zu ungelegener Zeit käme. - Sind die Löffel nicht hübsch geworden? Silber ist ja freilich jetzt nicht mehr viel wert, aber sie waren so nett blank! u. "Löffel"! waren doch so hübsch beziehungsvoll zu meinen Ohren! Die sind jetzt auch wieder heil. Wenn ich doch nur von Dir erst wüßte, daß Du nicht krank bist. - Es ist so qualvoll diese Ungewißheit u. ich bin doch garnicht gewöhnt, daß Du so lange Pausen machst! In Sorge u. Liebe
Deine Käthe.

[Kopf] Ich habe seit dem 27. eine feine Tasche. Ob sie Dir<li. Rand> auch gefallen wird?!