Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 14. August 1925 (Villingen, Postkarte)


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14.8.25. M. L! Dein l. Brief enthält eine traurige Nachricht. Ich sehe noch garnicht, was da werden soll. Die armen Kinder sind vom Schicksal verfolgt. Noch eine andere schmerzliche Mitteilung erhielt ich mit der 1. Postsendung aus Berlin (20 Pf. Strafporto) - Benary ist gestorben. Noch im Auto zur Bahn, als wir durch die Nürnbergerstr. fuhren, sagte ich zu S., wie leid es mir täte, nicht mehr zu ihm gegangen zu sein. Damals war er schon 2 Tage tot. - -
Hier sehe ich nun klarer. 180° ist nichts. Aus der Stadt Villingen habe ich <Scan unleserlich> genug. Wald und Gegend reichen an Lenzkirch nicht entfernt heran. Und im Effekt ists gleich, ob man von zu guter oder zu schlechter Küche Magenbeschwerden hat. Aber es wäre nicht ratsam, gleich zu wechseln. "Unser" Stil ist es in keiner Weise. Der Wirt hat mich übhpt noch nicht begrüßt. Ich sitze (Gottlob)
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| beobachtend in m. Ecke, u. denke darüber nach, wie wohl die berühmten Männer in den Gasthäusern geachtet worden sind, denen man nach ihrem Tode die Tafel setzte: hier weilte NN mit Vorliebe. Ich will hier möglichst viel arbeiten, damit wir nachher mindestens 10 freie u. schöne Tage nach unsrem Stil haben. Meine Vorschläge will ich Dir brieflich machen, sobald ich auch die anderen 180° kenne. Für heut innige Grüße Dein Eduard.
[li. Rand S. 1] Ich habe mir die vorausgesehenen Fettflecken gemacht. Heut Benzin gekauft, aber <li. Rand S. 2> der Kritiker des <Wort unleserlich> hat <Wort unleserlich>