Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 27. September 1925 (Berlin, Postkarte)


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<Briefkopf: Titel und Herausgeber der Monatsschrift "Die Erziehung">
Berlin, 27.9.25.
M. L! Gestern Abend bin ich hier eingetroffen. Um 8 ab von Partenkirchen, um 8 ¾ hier - ein herrlicher Zug, der zwischen München u. Berlin fahrplanmäßig nur 3 mal hält. Mein Befinden ist in Ordnung, obwohl nicht so, daß ich denken könnte, 7 Wochen auf Erholung gewesen zu sein. Um so mehr tut es mir leid, daß Du Dir auch wieder etwas von der Reise mitgebracht hast. Gibt es denn gar keinen Infektionsschutz? - Was hier aufgestapelt ist, übersteigt alle Begriffe. Wie soll ich nur jemals zur eigentl. Arbeit kommen? Donnerstag früh muß ich fort (1.-3.X. Bremen, Nordischer Hof, unsicher) 4.-8.X. Deinstedt bei Bremervörde, Adr. Herrn Lehrer Tietjen.) Partenkirchen war in der Stimmung lieb u. gut. Leider hat auch Felizitas die ganze Zeit gemiekert. Überhaupt hatte
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| ich den Eindruck, daß sie seit dem vorigen Jahr eher Rückschritte als Fortschritte gemacht hat. Alle Unternehmungen waren natürlich gestört, so daß ich mit Sehnsucht nach dem nicht Gekonnten fortging. Zuletzt kam das fertige Katalogvorwort. Wegen der StG. (schrieb ich wohl schon) beruhigende Auskunft v. Pallat. In der Sache des I (ich kann den Brief, den ich damals im Fieber bekam) im Moment nicht herausfinden, kann ich wohl nichts tun. Nächstes Jahr lasse ich mich von Dir mit dem Pendel behandeln. Herzlichste Grüße u. Wünsche
Dein Eduard.