Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 11. November 1925


ich habe es nicht gelesen: "Der Typus eines Professors" Was ist den Heinrich Maier?
1. Sprechstunde mit 83 Anmeldungen. Gestern habe ich den kath. Organisator der Päd. Akademien Ministerialrat von den Driesch besucht und einen angenehmen Eindruck empfangen. Pallat u. Lampe brachen in ein furchtbares Gelächter aus, als ich erzählte, 2 Mitglieder der Stud. Gem. hätten an m. Qualifikation zum Universitätsprofessor gezweifelt. Die beiden muß ich in der nächsten Woche also auswerfen.
Das Semester wird schwer und meine Nerven sind labil. Aber anscheinend muß alles an mir hängen bleiben. Eben habe ich beschlossen, nichts mehr zu übernehmen, da erhiel ich von Roethe den Auftrag, bei der öffentl. Sitzung der Akademie am 21.I. die Rede zu halten. Gibt es denn niemanden außer mir? cf. Beilage.
Ich habe Dir viel erzählt. Ich erwarte ja keine Lösung von Dir. Aber ich sage Dir alles; und Du weißt: "Klar muß es sein, wo meine Sterne glänzen."
Innigst
Dein
Eduard.

[] In den Brief nach Zürich steht ein wichtiger schlagender Satz.