Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 30. März 1925 (Heidelberg)


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Heidelberg. 30.III.25.
Mein liebstes Herz.
Gewiß hältst Du mich für schauderhaft undankbar, daß ich gestern in meinem Brief Deine liebe Sendung garnicht erwähnte, u. ich bin auch durchaus Deiner Meinung. Es ist aber wirklich nur gekommen, weil mich Deine Anfrage so beschäftigte u. meine Gedanken ablenkte, sodaß dann das Übrige, was ich schreiben wollte, zu kurz kam. Also laß Dir auch heute noch herzlich danken – obgleich ich finde, daß Du dies im Augenblick nicht hättest tun sollen, wo Dir durch die Reise ohnehin große Ausgaben bevor stehen. Ich schrieb Dir doch ganz ausdrücklich noch in dieser Überlegung, daß ich von Springer so viel Geld bekam u. jetzt den Stundenpreis erhöht habe. – Über die Verwendung reden wir dann – wie schön, daß wir uns nun ganz bald sehen werden. Ein paar Tage hatte ich schon ernste Sorge, es möchte mir was dazwischen kommen, denn das Ohr fing wieder an zu schmerzen u. eine Art Ischias machte mir das Gehen sehr beschwerlich. Aber der gute Wille hat die
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| drohende Gefahr schnell beseitigt.
Wenn es nur Dir leidlich geht? Deine Berichte halten mich in ständiger Sorge. Wie werden wir es nur machen, daß Du außer den Kunstgenüssen auch noch die nötige Erholung findest?
Prof. Gans ist aus Italien heimgekehrt u. wird am Mittwoch zum letzten mal die Zeichnungen kontrollieren, sodaß ich den Donnerstag mich reisefertig machen kann. Es bleibt doch immer noch viel bis zuletzt. Wie viel, viel mehr aber noch bei Dir! Ich will glücklich sein, wenn Du erst endlich in der Bahn sitzt. Sage Susanne einen schönen Gruß u. herzliche Wünsche für ihre Reise.
Alles, alles andre mündlich!
Also in Bamberg, im Wartesaal II. Klasse.
Deine
Käthe.

[] Gleichzeitig schicke ich die Pfälzische Lehrerzeitung u. das Blatt mit den "jüngsten <Wortteil unleserlich>lichen". – Den Brinckmann möchte ich gern noch behalten.