Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 18. August 1925 (Heidelberg)


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Heidelberg. 18. August 1925.
Mein liebes Herz.
Nach Deinen Zeilen scheint es mir, als ob Du am meisten für Freudenstadt eingenommen wärst, u. ich glaube auch nach reiflicher Überlegung, daß es wohl in jeder Hinsicht das Zweckmäßigste wäre. Ohnehin war es das, woran ich von vornherein mit Vorliebe dachte. Es ist ja lange Zeit genug vergangen, um die Dinge wieder neu erscheinen zu lassen. Und ein angenehmes Unterkommen findet sich hoffentlich.
Um am Dienstag mit Dir in Hausach zusammen zu treffen, kann ich hier mit dem Personenzug (4.) um 8 Uhr fahren u. bin dann - leider ½ Stunde nach Dir - 12-32 dort. - Sollte Dir diese Zeit recht sein, bist Du vielleicht so gut, die Fahrkarten für uns beide von Hausach-Freudenstadt in der Dir erwünschten Klasse zu lösen, da ich nach meinem kleinen Fahrplan nicht weiß, wieviel Zeit mir dafür bliebe. Ich kann aber auch Schnellzug (8.46 in Offenburg) 6.15 hier abfahren u. wäre dann 9.34 in Hausach, Du in Villingen ab 8.06 kämst um 9.20 dorthin. Wenn ich so fahre, dann löse ich am besten gleich die Karte [über der Zeile] (3.) bis Freudenstadt. Also welche Zeit ist Dir lieber? Ich bitte nur noch um diese Angabe - alles Übrige mündlich.
Sollte Dir nun inzwischen doch etwa Hinterzarten noch erwünschter sein, so sei versichert, daß es mir auch sehr lieb wäre. Denn schließlich ist mirs ja doch nur um das Zusammensein mit Dir zu tun. Immerhin glaube ich, daß die Luft in Freudenstadt unsern beiderseitigen Nerven sehr wohltuend wäre. Das gleiche gilt von Königsfeld, das aber wohl an landschaftlicher Schönheit nicht konkurrieren kann.
Ich grüße Dich von ganzem Herzen!
Deine Käthe.