Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 20. Januar 1926 (Charlottenburg, Postkarte)


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20.I.26. M. L! Soeben habe ich das Druckmanuskript der Rede nach vielen langen Leiden abgeschlossen. Es muß nun für den Vortrag am 28.I. wieder auf die Hälfte zusammengestrichen werden. – Inzwischen 4 Besuche, nun Fortsetzung – zu einem Brief komme ich leider in dieser Sturmzeit nicht. Aber mit herzlicher Freude u. sehnsüchtigem Erinnern habe ich eben die schönen Bilder von unserer gemeinsamen Reise betrachtet, die heut früh eintrafen. Vielen Dank auch für die anderen Gaben. Ich habe außendienstlich nicht viel erlebt. Bin bis in die Nächte fleißig. Am Sonntag war ich mit ca 12 anderen Dozenten
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| zu dem Prinzenabend beim Rektor eingeladen. Hierbei war ich völlig Statist. Das Reden besorgte Roethe und ein Sekundant. Sonnabend war Dr. Meyer zum Kaffee da (Quelle u. Meyer) Sonntag [über der Zeile] Prof. Dr. Ettlinger aus Münster, der Gründer der kathol. Studiengemeinschaft. Montag Dr. Buddenning aus Binzen. Heut Nachm. Neubabelsberg. Der Kongreß hat auch noch manche Stunde gekostet. Der häusl. Friede ist jetzt besser. Schreiben daher nicht nötig. Susanne habe ich die Rede im Entwurf vorgelesen; ich hätte es ebensogut der Kantbüste vorlesen können. – Quelle ist an Embolie gestorben. Anderl ist wieder zu Gnaden aufgenommen. Der gute Junge hat <unleserliches Wort>. – Ich freue mich, daß Du "Bestellungen" hast. Amüsant ist, daß ich dem Gans zu sauber bin. Und Davisons streben fort? Das Geschenk zum 70. können wir vielleicht zusammen machen. Suche es doch in Gedanken schon aus, u. erinnere nochmals. Denn ich bin am 30./31. in Hamburg. – Meine Rundfunkrede hat sich in Berlin für die, die nicht auf der richtigen Welle saßen, in <unleserliches Wort> verwandelt. Freudige Zuhörer aber schrieben aus Bad Orb, Sonneberg u. Holstein. Die Sache ist übrigens für den Sprecher nicht unangenehm; nur man alles aufgeschrieben haben. Viel herzliche Grüße u. vielen Dank in täglichem Gedenken
Dein Eduard.