Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 3. August 1926 (Berlin, Postkarte)


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<Briefkopf des Pädagogischen Seminars der Universität Berlin>
<gedruckt: Berlin NW 7, den> 3.8.<gedruckt: 19>26
Stiftungsfest
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M. L. Das ist natürlich für mich eine große Entäuschung und für Dich nicht eben angenehm; aber ich sehe ein, daß da nichts zu machen ist. Erst war ich nun ziemlich ratlos. Denn wenn ich von R. aus gleich wieder herkäme, würde ich doch fast nur arbeiten. Ich muß wohl 14 Tage abgelenkt werden. Deshalb plane ich jetzt, ohne ganz entschieden zu sein, den Adalbert Körner
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| für 8 Tage einzuladen. Wir würden uns am Freitag, den 13. Abend in München treffen, am Sonnabend in Mittenwald unterzukommen suchen. Glückt es nicht, bleibt immer noch Partenkirchen. Ich allein würde dann um den 22.8. herum dorthin gehen u. bis zum 30.8 fortbleiben. Was den Holländer Plan betrifft, so bin ich da noch nicht ganz warm. Ich habe gegen ein so tief gelegenes Land eine gewisse Antipathie, abgesehen davon, daß seit 10 Tagen meine Schultern wieder revoltieren. Aber Galerie laufen u. von Stadt zu Stadt ziehen, das kann ich nach einem Kongreß von einer Woche nicht. Ich muß Landschaft haben u. etwas arbeiten können. Allenfalls käme also ein nicht zu luxuriöses holländisches Nordseebad in Frage. Auch dies ein Risico, weil ich nicht weiß wie Nordsee im September wirkt. Heidelberg sollte um den 10. Oktober herum an die Reihe kommen. Es liegt eben alles sehr dumm. Für den September käme doch eine tiefere Lage des Schwarz<li. Rand>walds in Frage, z. B. Badenweiler, Säckingen o. ä. Es läßt sich heut noch wenig Festes sagen, nur will <Kopf> ich morgen mit Adalbert kontrahieren. Quäle Dich nicht zu sehr. Meine Akademierede ist aufmerksam gehört, aber natürlich nicht verstanden worden. Heut habe ich sie in Druck gegeben. Der <re. Rand> letzten Tage Qual u. Not war groß. Vorlesung schloß schön. Seit gestern Susanne wieder hier.
<Kopf>
Herzlichste Grüße Dein Eduard.