Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, [20.] Mai 1926 (Heidelberg)


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Mein Liebstes!
Einen schönen Gruß zum Feiertag! Wie wirst Du Pfingsten verleben? Hoffentlich nicht bei der Arbeit sondern irgendwo im Freien.
Hier hat sich Walther angesagt, der bereits wieder einen andern Wohnsitz hat. Ich plane mit ihm u. den 2 Stolper Mädchen einen Ausflug nach Erbach - Michelstadt, das ich noch nicht kenne. Im übrigen - zeichne ich unentwegt.
Deine Karte kam wohl gerade, während Du den Brief mit den Rücksendungen in Händen hattest. Gleichzeitig erhielt ich einen Brief vom Vorstand u. das war gut, denn Deine Andeutung von Carls Unfall erschreckte mich sehr, ohne mir doch Bestimmtes zu sagen. So erfuhr ich aber gleichzeitig die näheren Umstände. Man spürt, wie
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| leicht die Sache auch noch viel schlimmer hätte ablaufen können. - Aennchen hat schon viel ernste Sorge um ihren Mann haben müssen.
Ich habe keine Ferien - Dienstag geht es wieder in die Klinik. Eventuell kommt dann wohl abends der Vorstand zurück. Sie schrieb begeistert von Deinem Colleg u. sehr befriedigt vom Besuch.
Viel innige Grüße von
Deiner
Käthe.