Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 31. August 1927 (Hermannstadt, Ansichtskarte)


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Hermannstadt, 31.VIII.27.
M. i. G!  Die Adresse habe ich noch auf der Hohen Rinne geschrieben; den Text schreibe ich unten an unsrem Gedenktage, der mich schon früh beim Gang über die Berge erfüllt hat. Sei mir viel tausendmal in tiefster Dankbarkeit gegrüßt. Wie oft waren wir sonst an diesem Tage zusammen, wie weit sind wir diesmal von einander räumlich entfernt. Viele Bilder tauchen vor mir wieder auf, u. ich hoffe schon heut auf die Tage unsres Wiedersehens. Nachricht habe ich von Dir in Kronstadt nicht erhalten. Gestern Brief aus Berlin, <li. Rand> von Frl. Silber (sehr nett) u. von Frau RiehlLore.
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<unterer Bildrand> Fr. R. ist in Neubrandenburg erkrankt, u. es sieht mir innerlich etwas ernst aus. – 7 Tage war ich auf der Hohen Rinne, seit dem 3. in einem freundlicheren Zimmer. 3 Tage hat es geregnet. Ganz wohl gewesen ist mir nie – teils wegen der dünnen Luft, teils weil ich dies Leben en grande famille nicht vertrage. Man war immer allg. sehr freundlich zu mir. Aber ich mußte mir doch immer Zwang antun. Nun <li. Rand> beginnt die Arbeit.
Herzl. Grüße Dein Ed.