Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 4. Oktober 1927 (Heidelberg)


[1]
|
Heidelberg. 4.X.27.
Mein liebes Herz,
gestern nachmittag kam Deine Karte vom 2. u. ich freute mich sehr Deines Gedankens - aber es wurde doch auch dadurch meine heimliche Sorge bestätigt, daß es Dir gesundheitlich garnicht gut geht. Es ist rührend, daß Du fürchtest, ich könne Beschwerden von Deinem Befinden haben, da doch Du selbst dabei der Betroffene bist, u. ich nur den
[2]
| Wunsch habe, Dirs - wenn ich irgend kann - zu erleichtern. Hoffentlich hat die Luftveränderung Heilwirkung geübt u. Du kannst ohne Quälerei Deine Pflichten dort erledigen.
Der Vorstand grüßt mit mir. In ihrer gewohnten Art hat sie mir mit Fragen den Plan mit München entlockt. Zum Glück ist sie soweit wohl, daß man sie nicht direkt zu pflegen braucht, sodaß ich ohne Gewissensbisse fort kann. -
Ich flehe zum Himmel, daß Du es möglich machen kannst, am 9. zu <li. Rand> kommen u. grüße Dich in Ungeduld.
Deine Käthe.

[3]
|
Natürlich habe ich die Hauptsache vergessen: Am 2. Oktober schrieb ich Dir ein Briefchen nach Cobern - "Lehrertagung", da ich keine nähere Adresse wußte. Vielleicht findet man Dich, jedenfalls war nichts Wichtiges darin, nur der Dank für Deine liebe Sendung u. die Zeilen auf dem Postabschnitt.
Heute haben wir die Trauben abgenommen, weil die Tüncher das Haus abputzen wollen - es gibt aber wohl nur - Essig.