Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 10. Oktober 1927 (München/Hotel Wolff)


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Hotel Wolff. 14.X
7 <unleserlich> Uhr
Mein Liebstes,
wie traurig bin ich, Dich so beständig zu verfehlen. Ich hatte ja nicht gedacht, daß Du Zeit für mich übrig haben würdest u. es lag sonst kein Grund vor, im Hôtel zu sitzen. So habe ich meine Zeit möglichst ausgenützt. Ich erzähle Dir dann davon.
Heute Mittag kam ich 10 Minuten später, als Du da gewesen warst u. nahm an, Du würdest vor der angekündigten Zeit - ½ 9 Uhr - morgen früh (oder heute abend?) nicht wieder herkommen. So ging ich mit Angelika Weltz nach Nymphenburg, das ich sehr liebe.
Ob wir bis Tölz oder Lenggries fahren ist wohl Geschmackssache, ein Unterkommen im ersteren sicher besser. - Im Deutschen Museum heute sah ich ein Bild von Kochel-Walchensee, das sehr verlockend aussah -
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| aber ob da die Züge klappen?
Ich war heute von ½ 9 - ½ 3 Uhr fort u. darum bekam ich Deine lieben Zeilen so spät; als ich nur deswegen im Hotel anfragte, warst Du schon da gewesen.
Ich wüßte so gern, ob Du das Notizbuch im Koffer hattest?
Hoffentlich strengst Du dich nicht zu sehr an u. hoffentlich hellt sich das Wetter weiter auf - ich freue mich auf morgen.
Bin heute u. morgen im Hotel bis Du kommst.
Sei vielmals gegrüßt von
Deiner
Käthe.