Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 7. März 1928 (Berlin, Postkarte)


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<Poststempel:> 7.3.28
M. L. Herzlichen Dank für Deine inzwischen eingetroffenen 3 Nachrichten. Es tut mir so leid, daß Deine Augen überanstrengt sind und daß Du außerdem noch blauen Dunst, den es sehr viel gibt, einzuatmen hast! Dein Kommen zum 14.III. ist mir natürlich sehr recht. Ich weiß aber nicht einmal, ob ich Dich an der Bahn abholen kann. Denn es ist furchtbarer als je – ich schlafe nur noch 6 Stunden. Am 13.III. habe ich Sitzung. Vom 17.–19. bin ich in Herford, vom 10.–12 in Freienwalde,
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| Christl. Erholungsheim. Vom 20. an müssen wir dann gleich in die Aktion treten, da nehme ich nichts anderes an. Der Tag des Umzugs steht noch nicht fest. Frau K. möchte am 23. Das ist noch zu früh; es muß erst Licht gelegt werden. Der "Mann" fehlt natürlich auch noch. Sonst war mit dem Hause mancherlei Ärger. Früher als am 24. ganz unmöglich. Lieber wären mir der 26. oder 27., 28., 29. – Der schnell ausgearbeitete Akademievortrag hat sehr stark gewirkt. Ich hatte aber in der Nacht vorher wieder eine kl. Herzaffektion, leichter als damals. Sonntag war ich in Neubabelsberg. Es stand schlecht. Gestern u. heut mit Hans Heyse darüber Beratungen. Heut kurz bei Heinrich Scholz, der vor wichtigen Entscheidungen steht. – Im übrigen ist alles ziemlich trübe. Die Pflichten gehen über meine Kraft, u. es kommt doch nichts Ordentliches heraus. Überall stößt man mit der Gemeinheit zusammen. Prüfungen in letzter Zeit zahllos. Heut Ludwigs Geburtstag, Kirchhof, Hypothekenkonferenz, 2 Abendbesucher (Pflichtsache.) Morgen, übermorgen wieder jede Stunde besetzt. Aber was hilft das Klagen. Nur: wie soll es in Zukunft werden? Also schreibe mir nach Neubababels Freienwalde, wann Du kommst. Ich kann mich leider, leider, aber wirklich nicht in den ersten Tagen um Dich kümmern. Grüße den Vorstand. Innige Grüße an Dich Dein
Eduard.