Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 23. Juli 1928 (Berlin, Postkarte)


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23.7.28.
M. L.  Die Adresse ist Pontressina, bei Frau Nadig. Ich muß aber bei dieser Gelegenheit nachholen, was ich verbummelt habe, nämlich den Auftrag, Dir mitzuteilen, sie käme nicht über Heidelberg. Ich sollte Dir dies schreiben, weil Ausflüchte vermieden werden sollten. Die bewegenden Gründe sind ja leicht zu verstehen. Von den Aufführungen ist heut in der Zeitung allerhand zu lesen. Löffingen ist m. W. schon einmal großenteils abgebrannt. – Die Sache mit der E. ist mir, verzeih, nicht so anziehend. Ich muß vor allen Dingen darauf bedacht sein, eine andere Stimmungsnote¹) [Rand] ¹) Der Zustand ist nachgerade unmöglich geworden. in das Haus zu bringen. Das kann nur durch eine schlichte ältere Person geschehen. Die Briefe der E. haben so etwas – ich weiß nicht wie – sagen wir Gefühlskultus. Wenn ich von Memel bis zum 28.3. eine nicht befriedigende oder nicht zusagende Antwort erhalte, kann
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| ja die Begegnung immer noch stattfinden, ev. mit telegraph. Vereinbarung. Aber ich bin nicht talentiert, mündlich abzulehnen. [li. Rand] { also bitte sehr ein anderes wäre sehr greifbar nahe gerückt u. kurz vor dem Abschluß. Sehen heißt bei mir – kontrahieren. –Die Sache in NB. wird immer verworrener. Und man steht absolut einflußlos daneben, da die Herrschsucht nur wächst. – Es ist eine schwere Woche. Viel herzlichen Dank und innige Grüße Dein Ed.