Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 3. August 1928 (Berlin/Dahlem-Dorf)


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<Stempel: Prof. Eduard Spranger
Berlin-Dahlem=Dorf
Fabeckstr. 13>

3. August 28.
Mein innig Geliebtes!
Endlich sind Ferien! Was aber Ferienanfang vor 6 Vorträgen und vor der Abreise heißt, kannst Du Dir ja ungefähr ausmalen. Mein Brief wird auch deshalb nicht lang werden, weil wir ja nun bald zusammentreffen.
Vor allem danke ich Dir für Deine liebe Sendung und die Wiederherstellung des Bildes. Ich habe es unter den "Brand des Opernhauses" gehängt. Hoffentlich ist es da sicher. Über die Eierkappen werde ich mich mündlich äußern.
Die Angelegenheit mit Frau Rohde ist für den 1. Oktober perfekt. Frl. Eylan habe ich schreiben müssen, daß unter diesen Umständen eine Begegnung zwecklos sei; ich habe dabei erwähnt, daß meine Mitteilung an Dich zu spät kam, um sie noch vor der Abreise nach Berlin zu verständigen.
Am 9. früh reise ich also ab; wohne voraussichtlich im Hotel Wolff am Bhf;
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| Sicherer ist aber als Adresse Kerschensteiner, Möhlstr. 39.
Dich bitte ich am 14.VIII. früh 6 Uhr [über der Zeile] 8 Min mit dem Dzug via Stuttgart nach Augsburg zu fahren. (leider die Unglücksstrecke.) Ankunft 12.10. Dort Mittag essen u. neue Karte bis Mittenwald lösen. Abfahrt (III. Kl.) 13.45. (links sitzen!) nach Weilheim (16.22.) Dort einsteigen in den Zug von München, der 16.37 mit mir ankommt. 16.42 Weiterfahrt. 19.00 angeblich Ankunft in Mittenwald. Die Zimmer sind bestellt u. zugesagt. Sollte also mit dem Treffen etwas nicht klappen, so beziehe Dich in der Post auf m. Bestellung.
Ich habe noch viel mit der Affaire Riehl zu tun. Hatte mit Meinecke einen Zusammenstoß, der aber friedlich beigelegt ist. Muthesius geht es ein klein wenig besser. Susanne ist vorgestern braungebrannt zurückgekehrt. Wir haben einen Waldspaziergang gemacht, wobei ich zum 1. Mal in diesem Sommer eine halbe Stunde in einem Lokal im Freien saß. - Allerhand interessante Briefe, darüber mündlich. Bitte richte Dich auf kalt ein. Ich traue diesem Sommer nicht.
In unsagbarer Vorfreude grüße ich Dich vielmals. Bitte grüße auch den Vorstand. Immer
Dein
Eduard.