Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 1. Februar 1928 (Heidelberg)


[1]
|
Heidelberg. 1. Febr. 1928.
Mein Liebstes,
ob Du wohl inzwischen an Moro geschrieben hast? Er war heute bei mir, während ich beim Zeichnen war, u. bestellte mich dann noch einmal zu sich. Da er, wie es scheint, ungeduldig wurde, hat er sich nun die Sache so überlegt: Wie Du geraten habest, will er sich auf Stern beschränken. D. h. er will morgen an den Hamburger Kinderarzt Kleinschmidt schreiben, ob man in Hamburg nicht etwa Bedenken gegen Stern hätte, falls nicht, möchte er gleich mit ihm in Verbindung wegen des Vortrags treten. Sollte nun aber der unwahrscheinliche Fall eintreten, daß W. St. nicht kann, dann müßte er - Moro - auf Deine primäre Bereitwilligkeit zurückkommen, da sonst das Erziehungsthema überhaupt ausfallen müßte. Nur mit Pfaundler u. Homburger in pathologischer Betrachtung Hinsicht wäre es unmöglich.
[2]
| Er wollte, daß ich dies als Eilbrief schicke, aber ich denke, wenn ich es gleich zur Post bringe, erreicht es Dich sowieso morgen nachmittag.
Vorhin holte ich mir auch Deine liebe Sendung von der Post. Habe Dank! Ich bin sehr froh, daß die Hypothekenangelegenheit jetzt in Ordnung ist.
Ich schreibe Dir bald wieder. - Morgen ist allerdings Festtag! Ich habe für uns wieder eine Flasche Süßwein besorgt, die sehr erwünscht ist.
Viele, viele Grüße - in Eile, aber von Herzen!
Deine
Käthe.