Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 30. März 1929 (Berlin, Postkarte)


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30.III.29.   M. L! Einen eigentlichen Osterbrief kann ich nicht schreiben. Denn um für mein "Fortkommen" zu sorgen, muß ich furchtbar arbeiten. Es ist noch fraglich, wann ich hier abreise. Denn möglicherweise findet auf dem Wege noch eine Weller-Konferenz in Kassel statt. Zu der Scharlachsache möchte ich bemerken: hoffentlich bist Du nicht gefährdet, weil Du das schon gehabt hast. Ich habe es nicht gehabt. Sage mir auch unter einem anderen Gesichtspunkt Deine Meinung, ob
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| es richtig ist, in Heidelberg Station zu machen. Wenn ich es tue, dann möchte ich allerdings nachmittags mit Petersen einen Spaziergang machen. Andernfalls könntest Du in m. Zug einsteigen u. wir führen gleich noch weiter, damit der Reisetag von Kassel (?) her ausgenützt würde. Auch darüber Deine Meinung. Lohnt es, nach Biel zu gehen? In Zürich geht etwas auf Pestalozzi drauf, in Reichenau etwas auf Kreuzlingen. Ich dachte Zollinger nach einem hübschen u. bequemen Ort am Züricher See zu fragen. Gern verzichte ich auf Biel nicht. Aber wenn die Reise abgerechnet wird, haben wir ja nur Sa. 14 Tage. Wir könnten ev. auch von Basel oder Olten aus einen Tagesabstecher nach Biel machen. - Oldenburg war ganz erfolgreich, aber au fond überflüssig. Abschiedsessen für Lindemann 30 Personen. - Steuersorgen. Gartensorgen (8 Fichten gekauft.) Für Haus eine Garderobe (zu teuer) und 2 schöne Stühle mit Leder. - Herr Vierecke † Ich bin ungeheuer fleißig, sehne mich aber nach Entspannung. Gestern noch 5 Stunden Sprechstunde. Die Durchreisenden sind eine Kalamität. Ich schreibe nun nur noch einmal mit einem definitiven Vorschlag. Viele herzliche Grüße Dein Eduard.
[] Dem Vorstand meine herzlichen Ostergrüße.