Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 27. September 1929 (Berlin, Postkarte)


27.9.29. M. L!  Seit der Abreise v. Heiden habe ich nichts mehr von Dir gehört. Wie geht es Dir? - Ich hatte in P. doch überwiegend gutes Wetter. Sonnabend fuhr ich mit Frau W. auf den Wank u. ging allein über den Gschwandner herunter. Sonntag wollte ich W. Böhm in Mittenwald besuchen u. ev. eine Tour machen. Aber wohl infolge des Äquinoktialwetters bekam ich einen Schwächeanfall, so daß ich mich mit der Bank am Isarsteg begnügte, wo mir übrigens wieder Exc. Schnee begegnete. Montag Nachm. starker Regen. Ich besuchte Frl. Guttmann in Garmisch u. holte abends Feliz. von der Bahn. Dienstag früh trostloser Anblick. Wir fuhren gegen Mittag nach Mittenwald, trafen in der "Post" wider Willen Böhm und Frau. Böhm ging mit bis zur Aschauer Alm. Wir gingen dann auf bekanntem Weg nach Krünn (Schönblick) u. Klais. Mittwoch früh Abreise bei schönstem Wetter, das übrigens schon tags zuvor siegte. Gute Heimfahrt. Gestern allerhand erledigt. Heute fühlbare Darmstörung, wie lange nicht. Ich muß um 4 aber zu einer Konferenz im Minist. u. danach zum Essen beim Minister. Dienstag Mittag, wenn alles klappt, fahre ich nach Lübeck (Hôtel Stadt Hamburg, wahrscheinlich bis Sonnabend früh.) Sonntag bis Dienstag früh Schwerin, Niederländ. Hof. Am 9. in Stettin u. am 10. mittags retour. Wie ist es nun: wirst Du kommen? Dann vielleicht schon am 9. oder am 8. abends. Frau
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| Rohde
möchte gern am 9. schon reisen. Ich kann aber erst am 10. kommen. Vielleicht kann Dich Sus. abholen? Bitte schreibe mir noch über Deine Absichten hierher.
Es ist prächtiges Wetter u. die Dahlemer Luft "wird Dir gut tun." Herzlichst Grüße u. Wünsche Dein
Eduard.