Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 1. Oktober 1929 (Berlin)


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1.X.  ½ 5.
Mein innig Geliebtes!
Ich heiße Dich herzlich willkommen und nehme in jedem Sinne an Deinen Tagen hier teil. Vielleicht zögert sich die Auflösung doch hin - aber sie wäre ja jetzt wohl schon eine Erlösung.
Wenn Du die Ruhe dazu findest, so rede doch bitte mit Frau Strasen über ihr Leiden, das mich beunruhigt. Sie sieht schrecklich aus. Blutungen sollen die Hauptursache sein. Zwar hat sie schon verschiedene ärztliche Auskünfte erhalten. Sie hat auch selbst einen Arzt in Aussicht, der am 15.X. zurückkommt. Ev. aber käme auch C. Ruge als Berater in Betracht. Die Konsultation würde ich bezahlen. - Die ganze Angelegenheit ist nicht unbedenklich.
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Laß es Dir so bequem machen, wie es nach Lage der Dinge geht. Sorge nötigenfalls, daß geheizt wird.
Ich bin nach sehr angestrengter Arbeit notdürftig mit dem 1. der 3 Vorträge fertig. Die Nerven haben mir wieder allerhand Streiche gespielt.
Auf Wiedersehen wahrscheinlich am 10.X. mittags. Meine Adressen hast Du.
Innige Grüße
Dein
Eduard.