Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 23. Dezember 1929 (Berlin/Dahlem)


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23.12.29.
Mein innig Geliebtes!
Gestern und heut habe ich schon 44 Quartseiten geschrieben. Der Arm tut mir bis zur Schulter hinauf weh. Deshalb wird dieser Weihnachtsbrief nur kurz werden. Er soll Dir sagen, daß ich morgen Abend mit Dir im stillen vereint sein werde. Vermutlich bist Du in Ludwigshafen. Möge es stimmungsvoll sein! Für Deinen Weihnachtstisch habe ich nichts als die kl. Tasche, die schon eingetroffen sein muß.
Unbeschreiblich war die Plage der letzten Vorlesungstage. Aber jetzt ist es noch viel schlimmer. Ich komme noch nicht am 3. Feiertag früh fort. Aber ich kann mittags noch fahren und um Mitternacht in Darmstadt sein. Dort bestelle ich jetzt gleich ein Zimmer. Ich komme dann am 4. Feiertag 11 Uhr 3 in Heidelberg an.
Der sog. Rasiertisch, offenkundig der Frisiertisch einer Biedermeierdame, ist angekommen u. dankbar aufgenommen. Wir haben sofort den Spiegel herausgezogen und so etwas Brauchbares daraus gemacht.
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Alles andere mündlich. Es werden freilich harte Arbeitstage in Heidelberg werden: eine nicht zu bewältigende Last von Arbeit steht bevor.
Die Erkältung bin ich bis heut nicht losgeworden; mir war oft recht schlecht. Dich hoffe ich in aufsteigendem Befinden zu treffen. Ich freue mich sehr. Bitte grüße den Vorstand. Mit allen guten treuen Weihnachtswünschen und Grüßen im Geiste unsres Verbundenseins
Dein
Eduard.

[] Ein Packet ist bereits eingetroffen.