Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 15. Februar 1930 (Potsdam/Meierei, Postkarte)


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Meierei 15.II.30.
M. L. Eigentlich wollte ich heut (nach Frankfurt O) reisen. Weder Zeit noch Kraft haben dazu ausgereicht. Die Knochenmühle ist ganz fürchterlich u. wird bis zum Abreisetag 9.III. nur immer noch schlimmer. Du kannst Dir denken, daß die Situation hier sehr gespannt ist, an einigen Stellen panikartig. Ich war 1 Abend bei Jaegers, 1 bei dem Rektor, 1 bei Reichsernährungsminister Dietrich = Freund v. Troeltsch (Güter bei Schwackenreutte). Das kostet dann auch die Nächte. Nächste Woche 4 Doktoren, übernächste 8 Staatsexamen und 2 Arbeiten, dazu die Akademierede, von der noch nichts existiert. 3mal mußte ich in den Senat wegen der Statuten. Also nie ½ Stunde für Vorlesung immer noch 1000 Leute. Seminar gut. - Ich danke herzlich 1) für Handtuchbrett, das so sehr gut. Der Stoff kam leider zu spät, da schon Wachstuchbespannung ge
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|macht. 2) für heute erhaltenen lieben Brief. Bitte versuche, Dich für 11.-14.III. frei zu halten. Ev. Freudenstadt. Merke Dir bitte die Firma: Schweizerische Kreditanstalt in Zürich. - Die Rede für die Richter ging gut. <1-2 Wörter unleserlich> wurde anscheinend nicht verstanden. - Es wird sehr viel zu erzählen sein. Jetzt muß ich auf m. Meditationsweg. Herzliche Wünsche für den Vorstand u. viele Grüße Dein Eduard.