Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 12. Mai 1930 (Leipzig/Hbf., Postkarte)


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Leipzig Hbhf. 12.V.
M. L! Ich bin zur Trauerfeier für Volkelt nach L. gefahren. Die Überlast der Arbeit ließ mich bisher nicht zu einem Brief kommen. Auch diese Woche sieht es noch böse aus. Ich danke Dir für den Roman, für Deine lb. Briefe u. den Glückwunsch zum 6.V. (auch dem Vorstand.) Außer Dir hat nur Sus. davon Notiz genommen. Es wußte ja niemand. Vor 9 Tagen war ich mit Flitner in Ludwigslust zu sammen (entzückend im Frühling.) Vorlesungen wegen Müdigkeit schwer in Gang gebracht. Seit 2. Stde wieder in der Aula, aber nur 6-700. Proseminar 225 Hauptseminar 27. - Ich bin nicht frisch genug für diese ungeheure Arbeit. Die Frühlingstage waren schön, machen aber müde. Bald werde ich eingehender berichten. Heute solltest Du
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| nur endlich einen Gruß haben. Geht es wieder ganz gut? Was macht die Tätigkeit? - Wenn mir hier nach der Bestattung des ehrwürdigen Alten Zeit bleibt, will ich nach Cröbern zu Frau Dr. Günther. Morgen kommt Baron v. Eng. und 1 aus Prag zu Mittag. Mittw. ist von 10-6 ununterbrochen Dienstliches. Und so fort. Viel innige Grüße u. Wünsche Dein
Eduard.