Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 1. Dezember 1930 (Heidelberg)


Heidelberg. 1. Dez. 1930
Mein Liebstes,
Deinen Auftrag habe ich mit Freuden gleich ausgeführt und um möglichst baldige Antwort gebeten. Leider hast Du nicht dazu bemerkt, ob diese gleich an Dich direkt gehen soll und um Dir die Last eines eventuellen Dankes zu ersparen, geht sie also von Frau Koch an mich, und – wie ich annehme, dann wieder über Dich an die Deckadresse.* [li. Rand] * die ich mir notiert habe, falls ich direkt senden soll. – Ob jemand mit 27 Jahren noch erziehbar ist? Und ob ein derartiger Hang überhaupt zu bekämpfen ist? – Welch eine Sorge für die arme Frau Biermann! Dagegen ist doch körperliche Erkrankung das kleinere Übel.
Bist Du wohlbehalten von Altona zurück? Und nun immer noch ein Vortrag vor Weihnachten!! Aber zum Glück einer, für den Du hoffentlich keine Vorbereitung brauchst.
Vermutlich werde ich heut die Arbeit in der Augenklinik abschließen. Ertrag: 172,50 M! für 10 Zeichnungen.
Die Antwort schicke ich Dir sofort. Für heut nur noch innige Grüße von
Deiner Käthe.