Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 9. Januar 1931 (Berlin, Postkarte)


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21.I.31.
M. L!  Zu Deinem soeben eingetroffenen lieben Brief muß ich bemerken, daß ich zwar die von Frl. Wille geleistete ungenügende Verpackung gleichfalls beanstandet habe; ein zweites gleichzeitig abgehendes ließ ich wieder auspacken und besser behandeln. Aber der Einband des einen Bandes Lehmann war bereits in Heidelberg lose. Hier hätte also – gleich beim Empfang in der Bibliothek reklamiert werden müssen. Da aber die Bibliotheken leider sehr oft beschädigte Bände ausgeben – Herr Sillib weiß das natürlich auch – so nimmt man es stillschweigend hin. Man kann nur nicht erwarten, daß solche Schäden durch Verschicken – besser werden. Eben war Frau Arnthal bei mir, um auch zur Schonung m. Kräfte zu ermahnen. Zu diesem Zweck überbrachte sie (weibliche Logik) 1) ein Stück Ms. von sich, 2) den Wunsch eines Bekannten, mich zu
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| sprechen. 3) Drängelei um einen Gesellschaftsabend bei ihr. Am Sonnabend kommt Tante Vally, am Sonntag ist Hermann für Nachm. angemeldet. Jüterbog ließ sich verschieben (10.III.) Lessing ist noch nicht wieder da. Ich hoffe in etwas gemäßigtere Zeiten zu kommen, da ich Ende dieser Woche endlich die leidige Psychoanalyse im Kolleg abschließe. Frage doch Frl. Lampert, in Erwägung des mir bereits geschriebenen, was für Felizitas eine Privatwohnung mit Pension in Stuttgart kosten würde. Nur darum, nicht um die Kursgebühren handelt es sich. Für <li. Rand> den Sch.-Vortrag habe ich 2 Kalender geschenkt bekommen. Wert 7 ½ Pf.