Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 10. März 1931 (Berlin, Postkarte)


10.III.31.
M. L. In einer Stunde fahre ich nach Jüterbog, um dort einen Vortag über Nietzsche zu halten, der mir im ganzen 2 Tage kostet. Es schneit bei –4°. – Mit Beunruhigung habe ich von dem Fieberanfall unsrer Freundin gehört. Ich hoffe sehr, daß er inzwischen vorübergegangen ist. Seit "Ferien"beginn habe ich 1000 Seiten Ms gelesen, darunter K. Silbers [über der Zeile] gut. Arbeit. Mein Vortrag bei Frau Troeltsch brachte wohltuende Eindrücke u. kostbare Blumen. Sonntag hörte ich eine Ansprache v. Brüning im Reichstag. Es war noch unter Null, als ich danach mit Sus. nach Frohnau fuhr. Gestern bei Frau Arnthal vorgeführt. Sonnabend 2 Besuche (Mittag u. Tee): der Schweizer Dichter Vogel u. Koll. Hildebrandt – beides angenehm. Mit Minister Grimme eine mir sein Bild in angenehmster Weise bestätigende Auseinandersetzung. Donnerstag folgt grundsätzl. Aussprache mit Min. Dir. Richter. Montag u. Dienstag bin ich bei Tietjen in Lüneburg. Viel herzliche Wünsche u. Grüße Dein Eduard.