Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 22. März 1931 (Berlin/Dahlem)


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<Stempel: Prof. Eduard Spranger
Berlin-Dahlem-Dorf
Fabeckstr. 13>
22.3.31.
Mein innig Geliebtes!
Hoffentlich hält die Besserung beim Vorstand und bei Lena an, so daß unsre Pläne ohne Schwierigkeiten verwirklicht werden können. Ich halte es nun auch für das Richtigste - obwohl die paar Sonnentage für das Kommen des Frühlings noch nichts beweisen - daß wir gleich am 1.IV. auf die Reichenau gehen. Aber ich möchte dann, daß wir von da bei geeignetem Wetter gleich in den ersten Tagen einen Ausflug nach Heiden mit Übernachten dort machen. Die Idee mit dem Heiligenberg (800 m und nicht an der Eisenbahn) ist nicht so viel wert.
Den Plan mit Martha Holl habe ich fallen lassen. Du mußt mir aber dann über meine Depressionen etwas hinweghelfen und an meinen gedanklichen
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| Nöten etwas teilnehmen.
Am Freitag werde ich morgens von hier abfahren und mit Übernachten - wahrscheinlich in Stuttgart - am Sonnabend um 1 in Zürich sein. (Central-Hôtel) Bitte schreibe an Frommherzens. Es wäre gut zu wissen, wann das Postauto von Konstanz oder von der Station Reichenau geht. Über den Zeitpunkt unsres Treffens im Mohren am 1.IV. wollen wir nichts ausmachen, damit jeder die bequemste Verbindung benutzen kann.
Ich habe wieder sehr viel gearbeitet und bin nun wirklich auch mit dem Kopf recht angegriffen. Was in den letzten Tagen war, werde ich erzählen. Unbedingt müssen F.s. dafür sorgen, daß ich ein geheiztes Zimmer habe. Das dritte - nach hinten - würde ja genügen. Aber das müßte ich dann wohl auch vom 8.-10.IV. behalten.
Mit vielen Grüßen an unsre Freundin und in herzlicher Vorfreude
Dein
Eduard.