Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 16. Mai 1931 (Berlin, Postkarte)


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16.V.  M. L! Eben kommt Dein lieber Brief, mit einem von Frau Seitz, der es besser geht. Ich hatte heut vor 8 Tagen ihre Schwester Frau v. Glasenapp in Potsdam besucht, die jetzt auch in Baden-Baden ist. Deine Schwester sah ich gestern am U. Bhf hier, ohne sie zu sprechen. Ich bin glücklich, daß die Anfälle erträglich sind. Aber die Diagnose ist dann "nicht so viel wert", ebenso wie die laienhafte Auskunft auf dem Zettel neulich. Mein Husten u. Schnupfen
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| sind noch immer da, aber erträglich. Ich war, nicht deswegen, aber wegen Erscheinungen, die seit m. Rückkehr anhalten, bei Kurzrock. Der Befund war erfreulich: keine Alterserscheinungen, weder Herz, noch Gefäße, noch Blutdruck. Wohl aber neurasthenisch-funktionell. Behandlung - Phosphor und Fichtennadelbäder. Immerhin: ich bin garnicht "auf der Höhe." Arbeit geht langsam, Stimmung deprimiert u. reizbar. Der Alpengarten ist nach unerträglicher Trödelei halb fertig geworden. Das Bild v. Hamacher habe ich wegen Not des Künstlers kaufen müssen. Der Vortrag neulich betraf die Problematik des sozialen Berufs. Wurde durch Zuspätkommen der Hälfte dieser erwachsenen Hörer sehr gestört. Neulich waren 2 befreundete Schulräte von ½ 8 - 12 da, heut Giese (Rostock) von ½ 2 - ½ 6. Sus. ist 3 Tage auf Fahrt. Morgen kommt D. Th., der es wieder nicht gut zu gehen scheint. Karte von Erika Schwörer u. Frl. Lukas aus Maulbronn. Bei Frau Witting mäßige Besserung. Frau Rs Schwester anscheinend außer Sorge. Ich sitze an der Druckfassung des Akademievortrages (auf dessen Thema Du Dich schon besinnen wirst) und freue mich auf 9 vorhandene Mss. <li. Rand> Das wäre wohl das Wichtigste. Herzlichste Grüße u. gute Wünsche Dein Ed.