Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 23. Dezember 1931 (Berlin)


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23.12.31.
Mein innig Geliebtes!
Tatsächlich sende ich Dir nun zu Weihnachten nichts als dieses vergilbte Büchlein. Es gäbe zwar manches Schöne, aber man soll dies Jahr sparen, und unser Weihnachtsfest soll die Begegnung in Wilhelmshöhe sein. Eine Antwort von dort habe ich noch nicht; aber ich bin überzeugt, daß sie annehmbar ausfallen wird. Fahre Du am 29.XII. früh um 9.58 von Heidelberg (oder was diesem Zuge jetzt entspricht) ab; um 15.32 bist Du in Cassel. Dort bin ich entweder schon um 15.02 angekommen oder komme um 17.00. In jedem Fall treffen wir uns im Wartesaal II. Kl., und wer als zweiter kommt, veranlaßt seinen Gepäckträger, das ganze Gepäck
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| ans Auto zu bringen. Ev. schreibe ich noch eine Karte mit genauer Angabe meines Zuges.
Für den Vorstand besorgst Du wohl in m. Namen eine passende Kleinigkeit. Ich nehme an, daß Du das Reisegeld auslegen kannst. Sonst mußt Du sofort noch schreiben. Für die letzte gemeinsame Feier im Hause Rohrbacherstr. 24 wünsche ich Euch beiden Gesundheit, Freude und Frieden.
Ich bin wieder stark erkältet und infolge der üblichen Weihnachtshast nervös überreizt. Warum muß es nur so sein, daß gerade die Weihnachtstage zur größten Qual des Jahres werden?
Jetzt jage ich nach dem Anhalter Bhf., um 1 Stunde mit Litt zusammen zu sein. Nachm. geht die Jagd durch die Stadt weiter. Verzeih diesen ungesammelten Brief, der natürlich in großer Eile geschrieben wird. Innigst Immer
Dein Eduard.

[li. Rand] Bitte um Angabe Deines Bank- oder Sparkassenkontos.