Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 15. August 1931 (Heidelberg)


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Heidelberg. 15.VIII.31.
Mein Liebstes,
Eigentlich hatte ich gehofft, heut von Deinem Einzug in Schönwald zu hören. Denn ich bin natürlich in Unruhe, ehe ich weiß, ob alles geklappt hat.
Für die liebe Karte aus Griesbach herzlichen Dank. Ich sehe das Tal mit seiner staubigen Chaussee und denke unsrer letzten Wanderung dort bei strömendem Regen. Das alles war schön, weil Du gekommen warst - und so ist es noch heute, wo es auch immer sein mag. - Aber wie wird Dir heute das Schönwald-Tal bei dem schlechten Wetter erscheinen? Es soll auf den Höhen kalt sein und die Leute fluchtartig heimfahren. Aber umso wirksamer ist ja die Luft und umso angenehmer der Aufenthalt,
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| wenn die Überfüllung nachläßt. Denn hoffentlich ist dort nichts, was Dich auch vertreibt und kannst [über der Zeile] Du Dich erholen.
Hier ists trübselig. Einzige Unterhaltung beim Vorstand ist das Kind von Franks, und von Bekannten sind die meisten fort.
Als Sonntagsgruß kommt hier das bestellte Büchlein. Ob Dirs so recht ist? Mir ists eine liebe Erinnerung an eins, was ich von Dir besitze!
Ich hoffe auf baldiges Wiedersehen und grüße Dich innig.
Deine
Käthe