Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 17. März 1932 (Partenkirchen, Ansichtskarte)


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17.III.32. M. L. Ehe ich morgen früh heimfahre, möchte ich Dich noch einmal grüßen. Ich war vor 3 Tagen in Elmau bei Flitners, von Klais hin u. zurück zu Fuß (der Weg nach Mittenwald war unpassierbar.) Wundervolle Winterbeleuchtung, dann Mondschein auf dem Heimweg. Unser Schöttlkar immer vor mir. Vorgestern war ich mit Felix in Mittenwald, 2 mal in der Post (Betty, die Dich grüßen läßt, neppte wieder.) Im dicken Schnee stiegen wir auf den Kranzberg, d. h. bis St. Anton, 100 m unter dem Gipfel. Die rechtsseitigen Schmerzen steigerten sich schauderhaft, sind aber rheumatisch. <li. Rand> Heute regnet es, der ganze Ort steht unter Wasser. Die unmäßigen <Kopf> Temperaturunterschiede sind sehr angreifend.
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| <Fuß> Bei Tage +20, nachts -10. Im Hause viel harmonischer als sonst. Aber der Ort <li. Rand> ist so voll von Erinnerungen an autrefois, daß ich immer auf <Kopf> m. eignen Leichenstein spazieren gehe. In Berlin hoffe ich Gutes von Dir zu <re. Rand> hören. Innigst Dein Eduard.