Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 8. August 1932 (Oberstdorf, Postkarte)


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Montag 8. Aug. früh.
M. L.  Gestern, Sonntag, um 4 bin ich hier angekommen. Ort (sehr besetzt) scheint mir das Richtige; unter den vorhandenen Hôtels scheint der Wittelsbacher Hof unsrem Stil am meisten zu entsprechen. Man ist anscheinend ungestört; die Räume sind groß genug. Auch mein Zimmer ist - groß genug. Aber es ist leider im 3. Stock, d. h. im Spitzgiebel; in der einen Ecke kommt das Dach bis 50 cm über Bodenhöhe. Für Donnerstag ist mir ein anderes Zimmer versprochen worden; früher nicht. Erträglich, wenn das Wetter so warm bleibt, wie heut (natürlich wasserwarm.) Ich weiß nicht, ob ich für Dich dann, d. h. schon Donnerstag, auch ein Zimmer im Hause oder in nächster Nachbarschaft bekommen kann. Warte also bitte weitere Nachricht ab, die frühestens 24 Stunden nach dieser eintreffen wird. Schon heut Folgendes: der Weg Ulm - Kempten scheint in 1 Tage kaum zu machen. Deshalb empfehle ich ab Heidelberg 11.21 bis Friedrichshafen. Die Fahrzeiten Friedrichshafen - Lindau, Lindau - Immenstadt, Immenstadt - Oberstdorf mußt Du Dir selbst suchen. Da dies mindestens 3 mal umsteigen bedeutet, gibst Du am besten Deinen Koffer in Friedrichshafen Stadtbhf auf. Urlaubskarte Heid. - Oberstdorf kaufen. - Billig wird die Existenz hier nicht, das merkt man schon. Dann müssen wir aber Zimmer haben, die nicht wie Gefäng<li. Rand>nisse wirken. Vielen Dank für l. Brief nach München. Ich war bei Frau K, auf dem Friedhof> <Kopf> und gestern noch in der Schackgalerie. Hrzl. Gr. Dein Ed.
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Wenn Du hast und kannst, bitte m. Bergstock mitzubringen. - Die Luft ist hier in der Tat mild. Aber für meine Bronchialneigung ist das vielleicht ganz gut.