Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 23. Dezember 1932 (Berlin/Dahlem)


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<Stempel: Prof. Eduard Spranger
Berlin-Dahlem=Dorf
Fabeckstr. 13>
23.12.32.
Mein innig Geliebtes!
Du weißt ja, wie aufregend es vor Weihnachten hier zugeht, und wirst daher keinen gesammelten Brief von mir erwarten. Nur einen Gruß zum Heiligen Abend kann ich Dir senden, der Dich hoffentlich noch vor der Abfahrt nach Ludwigshafen erreicht. Ich wünsche innig, daß Du den Anfall ganz überwunden hast, und daß wir uns gesund wiedersehen.
Du bekommst nun tatsächlich nichts als das kl. Päckchen. Selbst den Kalender kann ich heut noch nicht beilegen, wenn ich nicht das rechtzeitige Eintreffen des Briefes gefährden will. An die Dresdner Bank, Heidelberg, habe ich 1200 M für Dich überweisen lassen.
Falls nicht mehr genügend Zeit zur Verständigung ist, gehe nach dem Hôtel Achtermann, dicht am Bahnhof. Dort fragst Du nach den für mich reservierten
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| Zimmern. Es ist auch möglich, daß sie im Niedersächsischen Hof bereitgestellt werden. Das soll den gleichen Besitzer haben, aber ruhiger sein; liegt ganz dicht dabei. Hôteldiener ist sicher am Bhf. Wenn ich von Dresden komme, treffe ich erst abends ½ 11 ein; andernfalls bin ich schon nachm. in Goslar und komme dann an die Bahn.
Für morgen hat Frl. Wingeleit plötzlich abgesagt (Knochengicht?). Übrigens hat nun Frau Rohde endgiltig für 1. Mai ihre Pensionierung beantragt. Wir hatten hier am Dienstag einen Seminarabend mit 14 Leuten. 1. Feiertag Thümmels, 2. Feiertag Frau Lenz, 3. Feiertag Mittag Rudolf Kühne. Es muß sonst noch unendlich viel untergebracht werden. Aber zu schaffen ist es ja doch nicht.
Ich werde morgen mit Dir im stillen feiern. Dein Packet ist schon eingetroffen. Allerdings: wenn es überhaupt für mich noch Zeiten der Sammlung gibt: Weihnachten ist es bestimmt nicht. Mögest Du wenigstens ein paar schöne Stunden haben! Grüße den Vorstand herzlich. Ich gedenke Deiner
in Liebe und Treue
Dein
Eduard.