Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 31. Januar 1933 (Berlin, Postkarte)


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31.I.33. M. L! Herzlichen Dank für die schönen Bilder und den Führer durch Goslar. Ich habe mich sehr daran gefreut. Zu einem Brief langt diesmal weder Zeit noch Kraft. Ich mußte in der vorigen Woche 5 mal, z. T. bis spät in die Nacht, abends ausgehen. (Habilitation, Kaiser-Wilhelmgesellschaftspräsident Planck, Sombartfestessen, Reichsgründungskommers, Ehrenabend für Huizinga.) Da kannst Du denken, daß ein Minus blieb. Morgen redet Litt hier, Sonnabend-Sonntag - Leipzig, Montag Mittag
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| Baron v. Engelhardt, dann Staatsexamina. u.s. fort. Am 2.II. wirst Du so freundlich sein, etwas von mir zu überreichen. Hauptmitteilung heut: am 4.II.  70. Geburtstag von Frl. Wingeleit, Koppenplatz 11. (Ich bin in Leipzig.) Das große Ereignis, das vor fast 2 ½ Jahren hätte geschehen sollen, ist nun also da. "Wir werden ja sehen." Die Ehe ist im voraus allzu belastet. Man ist auch so müde geworden im Hoffen. - W. Jaeger hat Dich in H. doch apperzipiert. - Am Schluß der scharfen Kälteperiode hier habe ich mir nun doch eine starke Erkältung geholt. Die Grippe ist hier ungemein verbreitet. Sonst haben Kurzrocks Mittel unverkennbar genützt. Aber die tägliche Kraftausgabe ist zu groß, als daß ein Plus entstehen könnte. Nimm Du nur regelmäßig "<Wort unleserlich>", damit Du nicht auch etwas erhaschst, nach Deiner schlechten Manier. - Nach Leipzig hoffe ich mal wieder schreiben zu können. Der Kampf um die Zeit ist doch zu trostlos. Jener hoffnungsvolle Anfang vor 2 Tagen ist unberührt liegen geblieben. Noch<li. Rand>mals herzlichen Dank u. viele Grüße Dein Eduard