Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 9. April 1933 (Bahnhof Freiburg, Postkarte)


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Bahnhof Freiburg, 9.IV.33.
M. L!  Nach guter Fahrt hier sehr unangenehme 2 Stunden Aufenthalt. Im Wartesaal II zieht es zum Krankwerden. Ich bin in die III. geflohen, auch weil mir das Gequatsche zu viel wurde. - Die Fahrt war ziemlich wehmütig: herrliche klare Beleuchtung: Bachheim, der Ansatz des Fußweges zur Wutach, die immer noch verdreckt ist. Oben Kappel sichtbar. Friedenweiler u. Hochberggegend. Vor dem Hochfirst am hellen Himmel der Vollmond. Titisee. Hinterzarten - Linde. Posthalde: den Hirsch sah ich noch deutlich. Der Teufel will, daß ich auf dieser Fahrt nur Quatschköpfe zu Nachbarn habe. Ich habe Freiburg nie geliebt. Wahrscheinlich steige ich schon in Bonn aus. Ich wünsche Dir noch ein paar friedliche Tage und grüße Dich und
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| unsre Freund. herzlich
Dein
E.

[] Herrn W.s. Geburtstag?