Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 27. Juni 1933 (Neubabelsberg, Postkarte)


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27.6.33. Auf einer Bank in Neubabelsberg 12 Uhr.  M. L. Ein herzliches Gedenken am 27.6. und vielen Dank für 2 Briefe und die schönen, symbolisch eingerahmten Bilder eines problematischen R.-aufenthaltes. Ich bin um 10 ¼ ausgerückt, obwohl die Fahrt nach Paretz erst um ½ 3 von Potsdam losgeht. Es waren schon erstaun
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|lich viel Briefe u. Blumen da. Indessen - - Privatim ist nichts passiert. Viel geschäftl. u. freundschaftl. Besuche (auch Henrich). Viel Ms. - lesen. Gestern langes Gespräch bei Franke. Heut Fall Dibelius. Dies, wie der Hintergrund, sehr beunruhigend. Überhaupt. - Das Seminar ist eröffnet. 10 Leute außer mir. Ich fühle mich innerlich sehr unsicher. Hinterher Butterbrot. Sonntag Dora Thümmel. Schwester krank. Hintergrund: Sorgen wegen Zerstörung der Deutschkirche. - Ich will jetzt bei dem Riehlschen Hause vorübergehen und dann nach Potsdam fahren. Jeden Augenblick eine Gewitterhusche. Ich gedenke Deiner in Dankbarkeit. Viele Grüße auch an den Vorstand u. alle guten Wünsche. Im Prospekt ist mir nicht sehr wohl zu Mute. Herzlichst Dein Eduard.